
Heute wollen wir das Ho’Uht näher beleuchten. Dieses große possierliche Tierchen ist auf Primum mittlerweile nahezu vom Aussterben bedroht. Dies ist völlig unverständlich, da es auf Primum im wahrsten Sinne des Wortes an der Spitze der Nahrungskette steht.
Der Metabolismus des Allesfressers ist einzigartig und zum Überleben in der widrigen Umwelt der ersten Insel gemacht.
Wo um ihn herum nur Gift und Gefahr lauert, trotzt er allen Widrigkeiten. Grund dafür ist nicht nur seine körperliche Gewalt verantwortlich, sondern auch sein einzigartiger Stoffwechsel.
Das Ho’Uht ist das einzige Wesen, dass in der Lage ist bereits bei der Witterung sein Opfer zu verdauen. Das liegt unter anderem am hohen Anteil von Magensäure im Atem des Tieres. Das Sprichwort, dass man quasi schon tot sei, wenn man die leuchtenden Zähne des Tieres sieht, ist nicht ganz richtig. Eigentlich ist man schon im Begriff zu verwesen, wenn man den heißen Atem des Tieres in seinem Nacken spürt.
Als zweite Verdauungshilfe hat das Ho’Uht den Zahnschleim, der ihm unentwegt aus dem Maul geifert. Hat es die Witterung aufgenommen, vermehrt sich die Produktion des Zahnschleimes exorbitant. Dieser einzigartige Zahnschleim oxidiert jede Plattenrüstung im Nu durch. Dies ist für das Überleben des Ho’Uht immens wichtig, weil sein weitergehender Verdauungstrakt Metalle nicht verarbeiten kann.
Was die leuchtenden Zähne nicht zerbeißen können, wird in den Schlund hinunter gewürgt. Dazu ist noch anzumerken, dass die Zähne sogar Granit zerbeißen können. Die Zähne sind sein wichtigstes Werkzeug. Ohne sein Werkzeug ist das Ho’Uht nicht überlebensfähig.
Obwohl dies nicht zum Thema gehört, sei noch zu sagen, dass das Ho’Uht keine Augen hat. Bei älteren Exemplaren kann zwar die Anlage von Augen sichtbar sein, diese sind aber ohne Funktion. Dafür sind die Ohren ziemlich groß und können nicht nur extrem gut hören, sondern auch ähnlich wie die Fledermaus den Abstand von Hindernissen im Dunkeln wahrnehmen. Das Riechorgan im Schlund übernimmt den Rest. Somit kann das Ho’Uht nachts gänzlich ohne Augen auskommen, am Tage bemerkt man die Verwandschaft zum Maulwurf. Das Ho’Uht ist am Tage gänzlich blind und kann sich nur bedingt fortbewegen. Deshalb schläft es tagsüber und wird erst nachts aktiv.
Wieder zurück zum Thema. Die durch die leuchtenden Zähne vorgekaute Nahrung wird im oberen Drittel des Schlundes vom veganen Gaumensegel getrennt. Die pflanzlichen Bestandteile werden umgehend der Pansenspeicheldrüse zugeführt, wo die Gifte zur weiteren Verdauungsunterstützung gesammelt werden und dann schwallweise in die Galle weitergeleitet werden. Die restlichen pflanzlichen Bestandteile kommen in den Blättermagen, dort wird der Gärungsprozess eingeleitet.
Danach werden die Fleisch- und / oder Steinanteile in der Nahrung von den Steinspeicheldrüsen weiter verwässert. Der Anteil von Magensäure ist hier bereits sehr groß.
Die Riechkiemen spüren die groben metallischen und nicht gänzlich oxidierten Gegenstände in der festen Nahrung auf und befördern diese umgehend mit einer metallenen Eruktation, auch eiserner Ructus genannt, wieder aus dem Körper. Ähnlich der Geschwindigkeit eines Ambrustbolzen kann ein eiserner Ructus eine Geschwindigkeit von 86 Knoten erreichen. Vorsicht vor fliegenden silbernen Tabakdosen! Der Silberstreifen am Horizont kann auf Primum gesundheitsschädlich sein!
Mal angenommen, man würde mit der Auswurfgeschwindigkeit des eisernen Ructus eines mittelschweren Ho’Uht eine handelsübliche Fregatte antreiben können, würde das Schiff tatsächlich mit 86 Knoten fortbewegt werden? Nein, die Metallanteile des eisernen Ructus können bei dieser wahnsinnigen Geschwindigkeit auf Segel und Planken extrem schädigend einwirken. Auch ist eine handelsübliche Fregatte nicht dafür ausgelegt 86 Knoten überhaupt auszuhalten. Diese Theorie konnte bisher nicht bestätigt werden, da für eine Überprüfung ein lebendiges Exemplar erforderlich wäre. Bisher ist es nicht gelungen, eines der Tiere lebendig zu fangen, da diese sich eher weniger kooperativ zeigten.
Weiter geht es mit der mittlerweile metallfreien und pflanzenfreien Nahrung. Die Schlundzähne befördern die festen nicht metallischen Bestandteile weiter nach unten und zerkleinern die Nahrung weiter. Diese Schlundzähne leuchten nicht und haben auch keinen Zahnschleim.
Der Nahrungsbrei gelangt nun in den Vormagen und wird mit Zuhilfenahme der Säurepocken weiter mit Magensäure bearbeitet.
Der Schleusenmuskel lässt stoßweise Nahrungsanteile in den Zerkleinerungsmagen, auch Magen der Zerkleinerung genannt. Dort wird die Nahrung weiter zerkleinert.
In der Synapsententakelschleuse kommen Inhalte aus dem Blättermagen und des Magens der Zerkleinerung erstmals wieder zusammen und werden im Magen der Sammlung gesammelt. Dies wird unter Kennern auch die Hochzeit genannt.
Der Magen der Sammlung ist ein einzigartiges Organ. Hier werden feste noch unverdaute Bestandteile in den Zerkleinerungsmagen zurückgekäut, um dort erneut defragmentiert zu werden. Die nicht giftigen Pfanzenbestandteile aus dem Blättermagen sind für den Wiederkäuvorgang maßgeblich verantwortlich. Durch die austretenden Fäulnisgase aus dem Pflanzenbrei wird der Auftrieb der festen Bestandteile in den Magen der Zerkleinerung maßgeblich unterstützt.
Das Gemisch aus Stein-, Fleisch- und Pflanzenbrei wird vom Magen der Sammlung durch die Gärkammerfurche gepresst und dort werden die letzten Nährstoffe gewaltsam entzogen.
Von dort wird das Gemisch in die Gärkammer weitergeleitet. In der Gärkammer wird Galle zugesetzt. Die Gallenflüssigkeit weist hier bereits einen hohen Giftanteil aus dem Pflanzenmaterial auf.
Die Ausleitung des giftigen Gallerts in die Natronfurche geschieht langsam und schleichend, dort werden übrige Salze abgesondert und in dem hinteren Pansensalzsack gesammelt. Dies ist vor allem wichtig, wenn der Ho’Uht zuviel menschliche Nahrung zu sich nimmt. Dann werden vom Pansensalzsack wieder Salze zugeführt. Ohne ausreichend einheimische Nahrung würde das Ho’Uht elendiglich an der Diarrhö verenden. Deshalb wird eine Ansiedlung außerhalb von Primum nicht von Erfolg gekrönt sein.
Von der Natronfurche geht es in den Hauptpansen. Dort werden Gallen- und Nierensteine zugesetzt und damit wird die Hauptverdauung eingeleitet. Dies kann man in lauen Sommernächten sogar hören. Ein rollendes Geräusch was meist mit zufriedenen Grunzen des Tieres einhergeht.
Vom Hauptpansen wird der zerriebene Brei durch die kaudoventraler Blindsackfurche geleitet, dort werden die letzten festen Bestandteile im versteckten Blindsack eingelagert. Der versteckte Blindsack wird auch Panseninsel genannt. Den Gerüchten zur Folge, sollen dort schon Diamanten, Perlen oder andere Edelsteine gefunden worden sein. Ob diese über den Schlund beim Fressvorgang eingeführt wurden oder sich während des Verdauungsprozesses gebildet haben, konnte bisher nicht geklärt werden. Die meisten Diamanten waren nicht geschliffen, als sie gefunden wurden. Der Verbleib dieser Edelsteine ist leider unbekannt. Bei jüngeren Exemplaren ist der versteckte Blindsack meistens leer.
Nach Aussonderung der letzten festen Bestandteile wird der Scheiß in den in den Kurzdarm auch ZweiFingerDarm gepresst. Nährstoffe werden hier nicht mehr entzogen.
In der Enddarmkammer kommt es zur Ausscheidung durch die Kontraktionsrosette und der Kot wird dann stoßweise ausgeschieden.
Dabei kann es zu heftigen Flatulenzen kommen. Unter den männlichen Ho’Uht werden ähnlich wie mein Menschen die Flatulenzen häufig als Kommunikationsmittel und zur Machtdemonstration gegenüber jungerer Artgenossen genutzt, dies bleibt aber beim weiblichen Geschlecht eher unverstanden.
Vom Ort des Geschehens, fundiert erforscht und bewiesen,
Ihr Nicht Dr. Lebertran
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